//Brustbeutel

Der B. ist ein mit (Druck-)Knopf oder Reißverschluss verschließbares Etui zum Umhängen, meist aus Leder mit Halsumhangbändel. Der B. ist ein, vor allem in den 70er Jahren, von Müttern ihren Kindern zur Aufbewahrung von Fahr- und Essensgeld sowie Berechtigungskarten (oft zu Ausflügen) mitgegebenes Aufbewahrungsutensil, das – zur für alle ansichtigen Schande – um den Hals getragen werden musste. Einen B. zu tragen bedeutete, unmündig zu sein. Denn nichts war mehr Ausdruck des Erwachsenseins als eine Geldbörse in der z.B. Gesäßtasche. Mit B., der eine Art Fortsetzung der //Schnullerkette war, war es

 Unmöglich, angesagt, vulgo cool, zu sein.

//Brückentag

Der B. ist ein schönes Beispiel für ein(en) Sprachbehelf, den Deutschlehrer auch Metapher nennen, weil die Brücke als Sprachbild für etwas Unsichtbares, hier die Zeit, genauer, einen Tag, herhalten muss, der zwei Tage mit anderen Eigenschaften miteinander verbindet. Die den B. umgebenden Tage dienen, im Sprachbild bleibend, als Brückenköpfe (auch ein schönes Sprachbild). I.d.R. begreift man den B. aus Arbeitnehmersicht, die den B. als eine Möglichkeit erkennt, mit Inanspruchnahme nur eines der begrenzt zustehenden Urlaubstage, dem nämlichen Brückentag, eine maximale Anzahl von arbeitsfreien Tagen am Stück ermöglicht zu bekommen, um damit urlaubsähnliche Freitage (hier: freie Tage) am Stück zu erhalten, weil die Brückenkopftage jeweils bereits arbeitsfrei sind. Siehe dazu auch //Kurzurlaub. (Be. als Urlaubstage sind hochbegehrt und können daher oft aus arbeitsbetrieblichen Gründen nicht von allen wahrgenommen werden, weshalb Be. auch so etwas wie //Bs.verlierer erzeugen, die zwischen den Brückenkopftagen arbeiten müssen.)  

//Blondinenproblem

Das B. ist bei Boomermännern besonders verbreitet und zeigt sich in deren geschlechtlichen Fixierung auf und der Abhängigkeit von sogenannten Blondinen, einem Schönheitsstereotyp, der sich durch blonde Haare als Primärmerkmal attraktiver Weiblichkeit (in der Boomeradoleszenz stark ausgeprägt) auszeichnet und daher für viele Männer zum Problem wird, weil die Fixierung auf das Blondsein andere Merkmale von Blondinen in der Wahrnehmung neutralisieren kann, obwohl die anderen Merkmale und Eigenschaften eine gleichberechtigte und damit hohe Relevanz und Bedingung für eine gelingende Beziehung aufweisen. Umgekehrt führt das B. dazu, dass welkende Blondinen sich das Blond der Haare bis ins hohe Alter hinein künstlich erhalten, was zahllose Friseure ernährt, die sich auf das Blondieren verlegt haben.