Die T. ist ein sozial verheißungsvoller, in Wirklichkeit aber bürokratisch hypertropher, schweizerischer Wortgebrauch und auch ein Dokument für die Erlaubnis, in Zürich einen Tag lang ein Auto parken zu dürfen.
Autor: Erik Schmid
//Tagesausflug
Einen T. sollte man unbedingt bleiben lassen, weil er einem zu oft Ferne vorgaukelt, die ein Tag allein niemals einlösen kann.
//Tagedieb
Der T. ist jener, der dir durch Ereignisverdichtung die Hingabe an die Zeit stiehlt und so einen ganzen Tag verschwinden lassen kann.
//Suchungeduld
Die S. entsteht v.a. beim Verschwundensein von unbewusst verlegten Dingen, deren Aufenthaltsort man zu kennen glaubt, aber von den vermissten Dingen nicht eingelöst wird, so dass die Suchungeduld eine gewisse Selbstzweifelhaftigkeit besitzt, da die eigene Gewissheit enttäuscht wird.
//Subbotnik
Der S. kommt vom russichen Subbota, was Samstag heißt und einen freiwilligen Arbeitseinsatz meint. In der DDR auch gebräuchlich für freiwillige Arbeitsdienste, mit denen man auf sich aufmerksam machen konnte, um in den Genuss von Privilegien zu kommen. Außerdem ist S. eine schöne Wohnzimmerkneipe in Leipzig, in der G. arbeitet.
//Starkzehrer
S. nennt man Gemüsesorten, deren Wachstum Böden besonders beansprucht, do dass sie Bestandteil eines passenden Fruchtfolgekonzeptes sein müssen. Zu den Sn. zählen insbesondere Kohlsorten wie Blumenkohl, Rosenkohl, Wirsing etc.
//Sonnenblume
Die S. ist ein aus Sonne und Blume zusammengesetztes und daher besonders schönes Wort.
//Sprechdenker
S. sind oft Menschen, die ohne einen Gedanken und seine Folgen zu bedenken einfach los reden und den Gedanken beim Sprechen „formulieren“, was nicht selten zu voreiligen und rückrufnotwendigen Äußerungen führt. (Nicht zu verwechseln mit Heinrich von Kleists Text: Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden von 1805/1806, worin die Vorzüge des Sprechdenkens wie Formulierungszwang, Resonanz, Nachfragen etc. als produktive Erkenntnishilfen dargestellt werden.)
//Spazierganglaune
Die S. stellt sich als Verbindung zwischen Trägheit und Bewegungsdrang als vermittelndes Gefühl, bevorzugt an freien Tagen und Abenden, ein, mit der Absicht, Gedanken, Gefühle und Gelenke zu regulieren.
//Selfiestick
Der S. ist ein variabler, meist teleskopartiger, Abstandhalter, der zwischen Hand und Kamera zur Herstellung eines Bildraumes zwischen Handykamera und Ego, zur Miteinbeziehung der Entourage dient und das Filmen und Fotografieren bildräumlich erweitert, weshalb der S. besonders bei Touristen beliebt ist, für ein See!-Me!-Here!