Die Bezeichnung A. ist eine stilvoll herabsetzende Bezeichnung für einen Partner, dessen beziehungswerter Wirkungsgrad auf Präsenz, Gewohnheit und Funktionalität reduziert ist.
Autor: Erik Schmid
//Allmende
Die A., ich glaube ein Singulare Tantum, ist ein altes Wort für das Allgemeingut, in der Landwirtschaft auch Genossenschaftsbesitz, womit das gemeint ist, was allen gehört, Land zum Beispiel, auf dem niemand ohne gemeinsame Verabredung Baggern, Planieren, Bauen, Pflügen und Anbauen darf, dessen Schönheit und Früchte aber jeder genießen kann. Im Zeitalter der Privatisierung von nahezu allem verschwindet der kollektive und passive Schutz der Allmende und damit die Allmende selbst.
//Affirmationstreffen
Ein A. zielt auf die gegenseitige Bestätigung derjenigen, sie sich treffen, primär, um sich gegenseitig zu versichern, dass ihr Sosein, Soaussehen, Sodenken und Sowirken in Ordnung geht. A. sind so etwas wie soziale Spiegel. Genauso wie das Spiegelbild i.d.R. erst entlassen wird, wenn seine Antwort für den Besucher zufriedenstellend ist, wird das Gegenüber beim A. erst entlassen, wenn es ausreichend bestätigt hat, dass sein/ihr Gegenüber okay ist.
//Adhokratie
Die A. basiert auf der Hingabe an den Moment und die Situation – eine zu selten in Anspruch genommene Herrschaftsform, da sie alle Vorzüge der Unverzüglichkeit aufweist, überdies parameterflexibel., personal- und wetterkonform ist. Auch wenn sie als Staatsform weniger geeignet ist, bewältigt die A. situationsbelastete Probleme besonders gut.
//Abschenkung
Die A. ist eine offizielle Schenkung von Besitz und kann vornehmen, wer in die Pflichtverwaltung eines Nachlasses gerät. Die A. versucht die Pflicht der Besitzverwaltung zu umgehen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Am besten, man liest dazu Ungenach von Thomas Bernhard.