Die W. ist eine musikalisches, bildnerisches und literarisches Motiv aus der Romantik, welches auf den (mittelalterlichen) Eremiten rekurriert, worin der Wald als metaphorischer Ort die Einsamkeit referiert, W. mein Weltabgewandheit, Verinnerlichung, worin religiöse und allgemein starke seelische Befindlichkeiten wie z.B. Sehnsucht verschmelzen und zum Tragen kommen.
Autor: Erik Schmid
//Volkszorntauglichkeit
Die V. scheint nicht selten das Maß für Themeninteresse der Populisten zu sein. Es geht dabei darum, über den Weg der Empörung (Vgl. dazu auch //Empörungsgemeinschaft bzw. //Empörkömmling) einen Zorn auszulösen, dessen aktivistische Energie kanalisier- und als gesellschaftliche Kraft nutzbar gemacht werden kann.
//Vielleichtigkeit
Die V. ist die posttraumatische Befindlichkeit der Vernachlässigten. Sie ist die Waffe der Unentschiedenen und Unwissenden. Sie trifft am stärksten jene, die blind begehren, jene die kein Ja oder Nein, sondern nur Hoffnung, Angst und Sehnsucht in ihrer reinsten Mischform, dem Vielleichtdestillat, kennen.
//Veschberjäggle
Das V. ist der schwäbische Ausdruck für eine Jacke, die man sich bei Rasten auf Ausflügen und Wanderungen, was im Schwäbischen meistens mit Vespern (Brotzeiten) verbunden ist, anzieht, um nicht zu frieren und sich nicht zu erkälten.
//Vertikalverspannung
Eine V. liegt vor, wenn Weltbilder, Meinungen, Argumentationen und Urteile von Menschen offensichtlich auf der Grundlage eines (kryptofeudalen) Oben-Unten-Verständnisses beruhen und dadurch das Prinzip der Gleichheit verletzen. Eine volkstümliche Version davon beginnt nicht selten mit den Worten „Die da oben …“; genauso häufig ist der Blick von oben nach unten, der jedoch leicht als überheblich gilt und daher oft (schlecht) getarnt auftritt.
//Verschnittanalyse
Die V. beschreibt den Vorgang der suchenden und möglicherweise ordnenden Betrachtung von bei der Herstellung von standardisierten Produkten entstehenden Resten, wie Abbrüche oder -schnitte von Holzplatten u.Ä., bzw. Teigreste beim Ausstechen von Plätzchen etc. Die V. offenbart nicht selten neue Möglichkeiten der ästhetischen und praktischen Verwertung von Verschnitten, was eine V. zu einem Instrument der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen macht.
//Verfallensgeneigtheit
Die V. ist nach Martin Heidegger eine Art menschlicher Selbstvermeidung (aus Faulheit), die darin besteht, dass der Mensch sich selbst aus dem Weg geht, in dem er sich auf Dinge konzentriert, die weder wichtig noch lebenstragend sind: Konsum, Karriere, routinierte und lieblose Beziehungen, Freundschaften ohne echte Gespräche, religiöse Praktiken ohne Gotteserfahrung, auf Sprache aus vorfabrizierten und floskelhafen Formeln und Fragen auf bereits bekannte Antworten.
//Verheißungsfolter
Die V. ist Schmerz in Erwartung des Ersehnten, hervorgerufen durch inkorrekte Versprechen und Ankündigungen.
//Verhaltensüberschuss
Ein V. entsteht bei fast jeder Handlung; es sind Dinge, die bei einer zielgerichteten Handlung kollateral entstehen. Die Summe meiner Aufrufe im Internet zum Beispiel ist nicht zielgerichtet, dient jedoch Firmen wie Google, Meta oder Amazon als Verhaltensüberschuss, was für sie ein riesiges und im Grunde unseriöses (Datensammlungs-)Geschäft ist, weil sie dadurch – auf der Grundlage von V.en indivisualisierte Angebote schaffen können.
//Vergangenheitspflege
Die V. ist ein geistig-künstlerischer und idealerweise kluger Umgang mit dem Gewesenen gegen das Vergessen, aus Respekt vor der Zeit und den Menschen, die dabei waren.