Der E. besteht aus Ereignissen, die entstehen, wenn man Sachen macht. Keiner will E., keiner braucht E., aber er entsteht, so wie Verpackungsmüll entsteht, wenn man an Inhalte ran will. Sitzungen zum Beispiel verursachen eine Menge, teilweise hochgiftigen Es.; oder Ausflüge, wenn zum Beispiel eine Autopanne auf einer Ausfallstraße das Entstehen einer Landpartie verhindert. E. kann getrennt entsorgt werden, in Pannenmüll, Zwistmüll, Gewissensmüll und auch als recycelbarer E. wie er zum Beispiel bei Familienzusammenkünften entsteht.
Autor: Erik Schmid
//Ereignislosigkeit
Die E. ist ein atmosphärischer Begriff aus der Ästhetik. Sie befällt einen zum Beispiel beim Betreten eines Zimmers, in dem ein Mensch seit längerer Zeit in sich versunken sitzt, umgeben von unbenutzten Dingen und abgestandener Luft. Die E. zeichnet sich durch eine spezielle Tiefe von Ratlosigkeit aus und vermittelt eine Vorahnung des Zeitstillstandes.
//Epistemischer Rassismus
Der E.R. ist ein weit verbreitetes Phänomen und wohl die intellektuellste Form der gemeinen Ausgrenzung, worin die bekannten und eigenen Methoden und Vorgehensweisen zur Erkenntnisgewinnung als die „gültigeren“ oder gar einzig gültigen angesehen werden und zur Ausgrenzung nicht nur anderer Methoden, sondern auch der damit gewonnenen Erkenntnisse führt.
//Endzeitverlust
Der E. ist ein interessantes Wort, das als Titel neugierig macht, weil es schwer verständlich ist, beim Nachdenken aber auf so Gewaltiges wie den Verlust des Irdischen (Tod) verweist und ein verheißungsvolles Techtelmechtel mit der Ewigkeit nahelegt.
//Empörungsgemeinschaft
Die E. ist v. a. im politischen Gewese bedrohlich, weil sie ängstlichen, diskurs- und informationsfeindlichen Menschen auf empörende Weise das Gefühl von Gemeinschaft auf der Grundlage des Gegen-Etwas-Seins vorgibt.
//Empörkömmling
Der E. ist laut Wortfuchs Heiko Walkenhorst eine Person, die sich durch Empörung hervortut, indem sie einen negativen Diskurs ein- und anzuführen versucht.
//Einlaufkind
Das E. ist ein Kind an der Hand eines Fußball- bzw. Sportstars beim Einlaufen in das Stadion/die Arena zum Spielbeginn. Dazu: //Arenawurst
//Eigentlichkeit
Die E. ist eines dieser Heideggerwörter (siehe dazu auch //Geworfenheit), die auf das Eigentliche abzielen und daher schwer zu verstehen sind, weil sie, auf sich selbst verweisend, einen Objektcharakter verwehren und damit nicht auf den Vorzug des Blicks von außen zugreifen können. Die E. ist wie viele Heideggerwörter hermetisch.
//Einführungsrede
Die E. ist eine Rede, die in einen Sachverhalt, nicht selten eine Kunst- oder andere Kulturveranstaltung einzuführen vorgibt, meistens jedoch eine Überrede ist, weil sie selten ein-, meist jedoch überführt, weil sie vor allem über etwas redend stattfindet.
//Egorrhöe
Die E. ist eine bis zur Unerträglichkeit ausufernde Form des Ichgebrauchs, die sich durch die vollständige Ignoranz der Umgebung bei gleichzeitiger exzessiver Selbsthervorhebung auszeichnet. Sie ist bei jungen Menschen häufiger anzutreffen, gehäuft in sogenannten Metropolen.