Die Z. ist ein mir von W. geschenktes Wort zur Beschreibung einer Charakterlichkeit.
Autor: Erik Schmid
//Zuhandenheit
Die Z. ist ein Heideggerwort und beschreibt ein Weltverhältnis primärer Vertrautheit und räumlicher Nähe, das seine Stärke nicht durch feldherrnartige Systeme und allgemeine Wahrheitsansprüche beweist (hier spräche Heidegger von «Vorhandenheit»), sondern durch die Fähigkeit, über Variationen zu je richtigen Lösungen zu kommen.
//Zielgruppe
Die Zielgruppe ist eine Versammlung begrenzter, menschlicher Eigenschaften, manchmal auch nur eine Buchstabenkurzgeneration mit Neigungen, die allesamt zum Ausdruck von Freiheit erklärt und verkauft werden. Die Zielgruppe selbst weiß davon nichts, denn sie hat kein Mitbestimmungsrecht, sie ist von außen als Ort festgelegt worden, um ausgeraubt zu werden, ohne es zu bemerken. Die Kunst, eine Zielgruppe auszurauben, besteht darin, dass ihre Mitglieder gar nicht merken, dass sie Teil einer Gruppe sind, sondern vielmehr davon überzeugt sind, als selbstbestimmte Individuen zu handeln.
//Zentralschmieranlage
Die Z. ist eine systemische Vorrichtung, bestehend aus Depot und Verteilungstechnik, zur reibungsfreien Versorgung mechanischer Vorgänge mit Schmierstoffen.
//Zeitverschwendung
Die Z. ist ein wunderbar entspannter Umgang mit der Zeit, der auf der fantastischen Erkenntnis fußt, dass man nichts verpassen kann.
//Zahnpastawurst
Die Z. entsteht dummerweise durch eine mit Zahnpastatube anstatt Senftube beschmierte Wurst, wegen Verlegenheit der Zahnpasta im Kühlschrank. Synonym für Missgeschick, das darauf beruht, dass etwas an der falschen Stelle aufbewahrt wird.
//Wundstille
Die W. ist ein erstrebenswerter Zustand, der alle Gebrechlichkeiten ausblendet.
//Wolkendecke
Die W. ist ein gasförmiges Dazwischen am Himmel, stark verdichtet auch die brutale Begrenzung des Darüber. Andererseits eine Bezeichnung für eine flauschige Decke für’s Bett.
//Weltbildgefängnis
Das W. ist ein aus Uni(n)formiertheit, Gedankenfaulheit und Mutlosigkeit gebautes Gefängnis, in dem brutale Verdummungsgefahr besteht.
//Wartezimmerschweigen
Das W. ist dem kollektiven Nichtsprechenwollen in Wartezimmern geschuldet und führt zu irritierenden und i.d.R. emotionslosen //Verhaltensüberschüssen wie sinnloses Starren, Blättern, Scrollen oder auch Räuspern.