Die U. ist eine zwanghafte Unterordnung einer Sache im Dienste des Zweckes, der den Weg und das notwendige Sein zur Zweckerfüllung missachtet.
//Unglücklichenauskunftspflicht
Die U. ist die Pflicht, über das eigene Unwohlsein dann Auskunft geben zu müssen, wenn du, nach dem eigenen Befinden gefragt, zugegeben hast, dass deine Stimmung nicht topp ist. Im Gegensatz dazu fragt kaum wer weiter nach, wenn es dir gut geht, wohl aber drängen sie dich in die U., wenn du andeutest, dass du nicht ganz glücklich bist. Die U. wird zuweilen von der //Schadenfreude genährt.
//Ungewissheitsweitblick
Der U. ist nicht mit Pessimismus, Ängstlichkeit oder Hilflosigkeit zu assoziieren. Und: Der U. ist wenigen Menschen vorbehalten. Er verweist auf die Fähigkeit, in unbekannten Räumen, Gewässern, Situationen vollkommenm angstlos und ohne Anflug von Panik, souverän navigieren und handeln zu können. Menschen mit U. sind hervorragend geeignet für Innovations- und Veränderungsprozesse.
//Überkuratieren
Das Ü. , als nominalisiertes Verb in dieser Wortreihe eine Rarität, kann man oft in Parks und anderen öffentlichen Anlagen sowie Vorgärten und Ausstellungen aller Art vorfinden, aber auch in bestimmten Situationen, die ihrer Natürlichkeit vollends beraubt wurden. Ü. meint das zu weit Getriebene, Gestaltete und übermäßig Fürsorgliche einer Angelegenheit oder einer Umgebung, was nicht selten zu Befremdungen und Irritationen in der Erfahrung überkuratierter Orte oder Situationen führt.
//Türstörung
Die T. betrifft hauptsächlich automechanisch betriebene ÖPNV-Türen und wird meistens durch ein wild aufgeklebtes Ts.-Schild aus dem Kopierer und oder durch Durchsagen der Bahn- oder Fahrzeugführer angezeigt.
//Treffort
Der T. „Lass uns einen Treffort bestimmen!“ Besseres Wort für Treffpunkt. So ist Bayreuth der alljährliche Treffort für Wagnerianer.
//Transmoralische Lebensorientierung
Die T. L. Das sagt der Bochumer Religionspädagoge Bernd Beuscher über den vom Menschen zu gebrauchenden „Himmel auf Erden“.
//Tochtermannschwesterkinder
Die T. sind die Kinder der Schwester des Mannes meiner Tochter, also Schwiegersohns Nichten und Neffen. Diese sinnvolle Wortkombination, die auch variieren kann ist einfach, logisch, schön klar und sachlich. So gibt es im Schwäbischen Sprachgebrauch auch z.B. Sohntochterkinder für Urenkel u.Ä.
//Telemalignität
Die T. ist ein Sloterdijkwort, das er in Anbetracht der in den 2020ern sich stark kriegerischen Handlungen zugewandte Weltgeschehen in Verbindung mit der Zunahme von Weltbösewichten kreierte, um die Fähigkeit auszudrücken, über ein Kontinente überspannendes Raketenarsenal und Netzwerk als globale Drohkulisse instrumentalisieren zu können.
//Tagungskekse
T. sind Kekse, die aufgrund einer gewissen Anonymität, die daher rührt, dass T. niemand sie weder gebacken noch gekauft haben will, eine aggressive Lieblosigkeit ausstrahlen und dennoch gern gegessen werden, weil sie auf anhaltenden Tagungen oft das einzige verfügbare Mittel gegen nagenden Unterzucker sind. Ein beliebter und zugleich besonders ekliger T. ist der mit dem gelatinierten Marmeladenklecks in der Mitte.