//Durstangst

D. ist ein Gefühl, das sich fast von allein erklärt. D. führt nicht selten dazu, Wege, Anstrengungen und Begegnungen aus Angst zu meiden, dass dadurch die Trinkmöglichkeiten bedroht werden könnten und zum Durst führten. D. ist das Gegenteil von //Trinkangst. Vgl. dazu auch //Kloangst

//Dezemberlicht

Das jahreszeitlich vom Verschwinden des Lichtes und luminaren Verschmelzen von Innen- und Außenräumen geprägte Leuchten des Dezembers, das besonders in den schwächer werdenden Schatten zu erkennen ist, die sich von den unverschatteten Seiten immer weniger unterscheiden. Das D. ist melancholifizierend und von einer allgemeinen Schönheit des Vergeblichen.

//Daumenschale

Die D. ist eine nach ihrer Fertigungsweise benannte Schale aus elastischem Material wie z.B. Ton oder Knetmasse. Die D. entsteht, wenn man einen Klumpen davon in beide Hände nimmt und mit den Daumen ein Loch in dessen Mitte hineindrückt, das nachgerade zu einer Schale ausmodelliert wird und durch Brennen bei hohen Temperaturen aushärtet.

//Bushaltestellenkomparatistik

Die B. geht auf junge Lebensjahre in Dörfern zurück, in denen die Bushaltestelle der aufregendste, weil begegnungsreichste Ort war, weil alle von dort in die Schulen, zur Arbeit in die nächstgelegene größere Stadt oder sonstwohin gefahren sind. Und wer weder von dort los- oder dort ankam, fuhr oder ging wenigstens an der Bushaltestelle vorbei, die insofern hervorragend geeignet war, um Komparatistik hinsichtlich fast aller beobachtbaren Menschen, Aktivitäten, Seins-, Bewegungs- und Modeformen war. Kürzer gesagt: Die B. war (ist) eine zentrale Bildungsstätte dörflich-menschlicher Lebensformen.

//Buffetschlange

Die B. findet sich am Buffet und weist den Weg zum Tellerstapel und Besteckkasten, die am Ende der B. und am Anfang des Buffets stehen. Die B. ist die Folge der Bewältigung von unterschiedlichen Geschmäckern auf größeren Speisungen. Die Speisen werden ausgelegt und die Menschen gehen daran vorbei wie am Supermarktregal und bedienen sich. Einerseits wertet es die Wahl des Individuums auf, auf der anderen Seite ist die B. schlicht auch eine Folge mangelnden Bedienpersonals. Das Buffet zeitigt die Geringschätzung des Kellnerns und die Wertschätzung des Zahlenden. Die B. ist immer Ausdruck eines brutalen Kulturverlustes und im Gegensatz zur //Kassenschlange sinnlos.