Selbstbetäubende Lebensführung zur Vermeidung von Aufregungen und Ängsten, durch vor allem selbstbestätigende Auseinandersetzung mit Alltag und Mensch. Vgl dazu auch //Verfallensgeneigtheit.
//Daseinsaufregung
Den. sind Aufregungen sind Ereignisse, die das gute Leben, oft unbemerkt, stören und sich als //Erlebnissedimente festsetzen.
//Bumerangferse
Technik zur Strickbewältigung der Sockenferse, wie z.B. auch die Käppchenferse oder auch Herzchenferse.
//Bushaltestellenkomparatistik
Die B. geht auf junge Lebensjahre in Dörfern zurück, in denen die Bushaltestelle der aufregendste, weil begegnungsreichste Ort war, weil alle von dort in die Schulen, zur Arbeit in die nächstgelegene größere Stadt oder sonstwohin gefahren sind. Und wer weder von dort los- oder dort ankam, fuhr oder ging wenigstens an der Bushaltestelle vorbei, die insofern hervorragend geeignet war, um Komparatistik hinsichtlich fast aller beobachtbaren Menschen, Aktivitäten, Seins-, Bewegungs- und Modeformen war. Kürzer gesagt: Die B. war (ist) eine zentrale Bildungsstätte dörflich-menschlicher Lebensformen.
//Buffetschlange
Die B. findet sich am Buffet und weist den Weg zum Tellerstapel und Besteckkasten, die am Ende der B. und am Anfang des Buffets stehen. Die B. ist die Folge der Bewältigung von unterschiedlichen Geschmäckern auf größeren Speisungen. Die Speisen werden ausgelegt und die Menschen gehen daran vorbei wie am Supermarktregal und bedienen sich. Einerseits wertet es die Wahl des Individuums auf, auf der anderen Seite ist die B. schlicht auch eine Folge mangelnden Bedienpersonals. Das Buffet zeitigt die Geringschätzung des Kellnerns und die Wertschätzung des Zahlenden. Die B. ist immer Ausdruck eines brutalen Kulturverlustes und im Gegensatz zur //Kassenschlange sinnlos.
//Brustbeutel
Der B. ist ein mit (Druck-)Knopf oder Reißverschluss verschließbares Etui zum Umhängen, meist aus Leder mit Halsumhangbändel. Der B. ist ein, vor allem in den 70er Jahren, von Müttern ihren Kindern zur Aufbewahrung von Fahr- und Essensgeld sowie Berechtigungskarten (oft zu Ausflügen) mitgegebenes Aufbewahrungsutensil, das – zur für alle ansichtigen Schande – um den Hals getragen werden musste. Einen B. zu tragen bedeutete, unmündig zu sein. Denn nichts war mehr Ausdruck des Erwachsenseins als eine Geldbörse in der z.B. Gesäßtasche. Mit B., der eine Art Fortsetzung der //Schnullerkette war, war es
Unmöglich, angesagt, vulgo cool, zu sein.
//Brückenkopf
Zu B. siehe //Brückentag
//Brückentagsverlierer
Zu B. siehe //Brückentag.
//Brückentag
Der B. ist ein schönes Beispiel für ein(en) Sprachbehelf, den Deutschlehrer auch Metapher nennen, weil die Brücke als Sprachbild für etwas Unsichtbares, hier die Zeit, genauer, einen Tag, herhalten muss, der zwei Tage mit anderen Eigenschaften miteinander verbindet. Die den B. umgebenden Tage dienen, im Sprachbild bleibend, als Brückenköpfe (auch ein schönes Sprachbild). I.d.R. begreift man den B. aus Arbeitnehmersicht, die den B. als eine Möglichkeit erkennt, mit Inanspruchnahme nur eines der begrenzt zustehenden Urlaubstage, dem nämlichen Brückentag, eine maximale Anzahl von arbeitsfreien Tagen am Stück ermöglicht zu bekommen, um damit urlaubsähnliche Freitage (hier: freie Tage) am Stück zu erhalten, weil die Brückenkopftage jeweils bereits arbeitsfrei sind. Siehe dazu auch //Kurzurlaub. (Be. als Urlaubstage sind hochbegehrt und können daher oft aus arbeitsbetrieblichen Gründen nicht von allen wahrgenommen werden, weshalb Be. auch so etwas wie //Bs.verlierer erzeugen, die zwischen den Brückenkopftagen arbeiten müssen.)
//Bordsteinschwalbe
Die B. ist ein DDR-Wort zur Bezeichnung einer Straßenprostituierten, welches wohl das unruhige Auf- und Abgehen auf dem Gehsteig sowie die vermeintliche Eleganz zum Ausdruck bringen soll, die der leichten und flatterhaften Schwalbe zueigen sind.