Das F. ist ein in Anlehnung an das Alpenglühen aufgepoppte Wort beim Anblick von Marseiller Fassaden in der Abendsonne des Frühlings 2026 – ganz wunderbar, entrückend und wärmend. Möglicherweise ist der besondere Farbton in der Abendsonne dem etwas gelblicheren Kalksandstein der Umgebung geschuldet (Paris ist grauer!).
//Existenzlangeweile
Die E. ist im Gegensatz zur alltäglichen //Langeweile eine besondere, lebensabgewandte Form der (Wohlstands-)Langeweile, die zum kompletten Sinnverlust führen kann, der von den Betroffenen zuweilen verkannt bleibt und im Gegensatz zur //Langeweile im Alltag zur kompletten Verblödung führen kann.
//Eskalationsdominanz
In Konflikten geht es nicht nur um Rechthaben, Mehrheiten, Kompromisse und Konsense, … . Oft bestimmt die E. , i.e. die Hoheit, die Schärfe und Art des Konfliktes bestimmen zu können, auf fatale Weise die Gesamtkonfliktsituation.
//Ersatzverkehr
Der E. ist ein von der Deutschen Bahn vor allem gebrauchtes Wort in Verbindung mit Schiene, als Schienenersatzverkehr; für Verkehr, der an Stelle von auf Schienen, wegen Schienenunpässlichkeit, auf unbeschiente Verkehrsmittel ausweicht. Ansonsten irritierendes Wort, welches nahelegt, dass es für Verkehr aller Art einen undefinierten Ersatz oder ein Ausweichverhalten gibt.
//Erlebnissediment
E. ist ein anderes Wort für unfreiwillige Erinnerungen, die auf //Daseinsaufregungen zurückgehen.
//Ereignismüll
Der E. besteht aus Ereignissen, die entstehen, wenn man Sachen macht. Keiner will E., keiner braucht E., aber er entsteht, so wie Verpackungsmüll entsteht, wenn man an Inhalte ran will. Sitzungen zum Beispiel verursachen eine Menge, teilweise hochgiftigen Es.; oder Ausflüge, wenn zum Beispiel eine Autopanne auf einer Ausfallstraße das Entstehen einer Landpartie verhindert. E. kann getrennt entsorgt werden, in Pannenmüll, Zwistmüll, Gewissensmüll und auch als recycelbarer E. wie er zum Beispiel bei Familienzusammenkünften entsteht.
//Ereignislosigkeit
Die E. ist ein atmosphärischer Begriff aus der Ästhetik. Sie befällt einen zum Beispiel beim Betreten eines Zimmers, in dem ein Mensch seit längerer Zeit in sich versunken sitzt, umgeben von unbenutzten Dingen und abgestandener Luft. Die E. zeichnet sich durch eine spezielle Tiefe von Ratlosigkeit aus und vermittelt eine Vorahnung des Zeitstillstandes.
//Epistemischer Rassismus
Der E.R. ist ein weit verbreitetes Phänomen und wohl die intellektuellste Form der gemeinen Ausgrenzung, worin die bekannten und eigenen Methoden und Vorgehensweisen zur Erkenntnisgewinnung als die „gültigeren“ oder gar einzig gültigen angesehen werden und zur Ausgrenzung nicht nur anderer Methoden, sondern auch der damit gewonnenen Erkenntnisse führt.
//Endzeitverlust
Der E. ist ein interessantes Wort, das als Titel neugierig macht, weil es schwer verständlich ist, beim Nachdenken aber auf so Gewaltiges wie den Verlust des Irdischen (Tod) verweist und ein verheißungsvolles Techtelmechtel mit der Ewigkeit nahelegt.
//Empörungsgemeinschaft
Die E. ist v. a. im politischen Gewese bedrohlich, weil sie ängstlichen, diskurs- und informationsfeindlichen Menschen auf empörende Weise das Gefühl von Gemeinschaft auf der Grundlage des Gegen-Etwas-Seins vorgibt.