Praktischer Umgang mit dem Jetzt und Hier, der stets von Dankbarkeit, Zuversicht und Freundlichkeit getragen sein sollte.
//Gedankenlos
Das G. meint die gedankliche Leerheit, oder auch das Los, an nur eine Sache denken zu können, was eigentlich egal ist. Weil voll von nur einer Sache genauso sinnlos ist wie total leer zu sein, gedanklich gesprochen.
//Gedankenholz
Das G. ist ein aus gefundenem (oft Treib-) Holz geschnitztes Stück Holz, in das Gedanken eingeschnitzt werden. Das G. bildet formal eine Mischung aus seiner vorgefundenen Anlage und den eingeformten Gedanken. Ich schnitze Gedankenhölzer vor allem für L. Seit er tot ist, lege ich sie auf sein Grab.
//Gedankenhaft
Die G. wird von grassierenden inneren oder äußeren Unzulänglichkeiten verordnet, die sich in repetetiven Festsetzungen in der Vorstellungskraft äußert, die auswegsarm und bedrohlich wirken. Die G. hindert nachts am Schlafen und schränkt tagsüber die Aufmerksamkeit für die Restwelt stark ein, weshalb sie zu Vernachlässigungen und sogar Unfällen führen kann.
//Gedankenfuchs
Der G. ist ein Schlaumeier.
//Fühlgenauigkeit
Die F. ist das, was den immer weiter sich verbreitenden Empirischen Materialisten fehlt und dann zu kapitalen Fehlschlüssen, Irrtümern und Katastrophen führt. Gefühle müssen gedacht, Gedanken gefühlt werden!
//Foyerschwätzer
Der F. heißt so, weil er in den Veranstaltungsvorräumen von Partys, Theatern , Hotels, Kongresszentren etc. bei meist für ihn gefühlt besonderen Leuten vorteilhaft Gesellschaft machen will und dafür schwätzt. Er bevorzugt das Foyer als Parkett der unfreiwilligen Präsenz, bzw. als Raum der Möglichkeiten. Der F. ist halbwissend und nicht selten foyertrunken (Stichwort: Foyertrinker), dünkt sich aber allwissend. Und er hält sich selbst für eine Art intelligenten Netzwerker und sieht meistens schlechter aus als er sich fühlt. Im Grunde ist der F. eine verbreitete Form des Arschlochs (//Arschkeks).
//Fortschrittsbalken
Der Vorläufer des Fs., jenes Anzeigesymbols, welches den Wartevorgang bei Rechenprozessen auf dem Computer anschaulich macht, wurde schon 1896 von dem polnischen Ökonomen Karol Adamiecki als Harmonogram zur Darstellung von Arbeitsabläufen entwickelt und treibt bis heute die Menschen zum Wartewahnsinn, der daraus resultiert, dass Warten eine Folge der Zerstückelung der Zeit ist, die dann erfolglos wieder zusammengesetzt wird. Als Abfall daraus entsteht immer auch Wartezeit, weil wer sich mit der Allmacht der Zeit anlegt, nun mal immer verliert.
//Flurpferdgesänge
Eigentlich sind F. mehr Gegröle als Gesang, da die Ausstoßung der Texte (wie z.B. Es steht ein Pferd auf dem Flur) oft interjektiven Charakter annimmt. Sehr beliebt in Stadien, Kneipen, und bei anderen Feierlichkeiten (Karneval!), wobei die Sänger meist betrunken sind.
//Flankengott
Der F. bringt (beim Fußball) den Ball von der Seite in die Mitte, um von dort aus Gefahr für das gegnerische Tor zu bringen. Im Gegensatz zum Pass aus der Tiefe ist die Flanke, das oft probatere und spektakulärere Mittel zur Veränderung der Situation, mit außerdem hohem ästhetischen Wert, da Flanken meist aus dem Lauf und vom F. so geschossen werden, dass sie jenseits allem Wissen über Ballistik Ausdruck faszinierender Unberechenbarkeit sind und sich im Idealfall als Verschwörung zwischen F., Stürmern und Verteidigern herausstellen.