Intensiver, oft unangenehm und unerwartet auftretender Zustand, der unspezifische Körperreaktionen verursacht, gegen den ich zuweilen kalt und heiß andusche.
//Hausbeschau
Erstführung durch die neue Wohnung von Freunden und Verwandten und Bekannten, bei der die Geführten ihre Gefühle positiv stimmen sollten, um die stolzen Neubewohner nicht zu piquieren.
//Gütekraft
Die G. ist die Kraft, die von der inneren Bereitschaft und Offenheit des Herzens ausgeht, um fühlbare Verbindungen mit anderen Menschen herstellen zu können. G. ist die ursprüngliche Bedeutung der „Gewaltfreien Kommunikation“.
//Grundtraurigkeit
Die G. ist ein nicht so schönes wie das von Jean Paul erfundene Wort Weltschmerz, bedeutet aber fast dasselbe: die Traurigkeit über die Unzulänglichkeit der Welt und des Menschseins. Ich ziehe die G. dem Weltschmerz vor, weil sie etwas bescheidener und befühlbarer klingt als das Ohmachtswort Weltschmerz.
//Gießkannenbaum
Der G. ist ein v.a. auf Friedhöfen anzufindendes künstliches Gebilde, dessen Namen nicht gesichert ist und daher bekommen hat, dass an einem mit Haken versehener kolossaler Pfosten mehrere (oft grüne) Gießkannen an ihrem Henkel eingehängt werden, so dass daraus ein gießkannenbaumartiges Gebilde ersteht, welches, als G. bezeichnet und erscheinungsgemäß begriffen werden kann.
//Geworfenheit
Die G. ist so ein Heideggerwort, das meint, dass wir auf die Welt geworfen werden, ohne gefragt zu werden. Die G. korrespondiert mit dem Entwerfen, was wir in der Hand haben. Anders: Dass wir da sind, dafür können wir nichts (Geworfenheit), wie wir das aber gestalten (Entwerfen), dafür können wir sehr wohl etwas.
//Gesamtweltheit
Die G. ist ein in Kim de L´Horizons „Blutbuch“ auf Seite 152 auftauchendes und mich spontan elektrisierendes Wort, welches den J.W.Goetheschen Anspruch der Beherrschung der sprachlichen Darstellung von Welt neidisch wie ketzerisch aufgreift, um den Versuch des Erfassens der G. einerseits zu würdigen, auf der anderen Seite aber auch einen zwingenden Blick auf die Fragmentierung der G. zu bedeuten.
//Gewichtsinterpretation
Die G. ist, im Gegensatz zur Gedichtsinterpretation, eine in der Schule wenigstens vernachlässigte, meist aber vollkommen ignorierte Sprachübung.
//Geselligkeitstrieb
Der G., lateinisch appetitus socialis, ist, im Gegensatz zum Machttrieb, der auf Singularität und Überheblichkeit fußt, ein auf die Verbindung mit anderen Wesen gerichteter, der verheißungsvoll stimmen kann, weil er die unbekannte Begegnung und Auseinandersetzung im intentionalen Gepäck hat.
//Geruchsprobenglas
Stasi-Utensil: Glas mit Geruchsprobe für Hunde zum Aufspüren von meist Menschen.