//Katastrofenlangeweile

Die K. ist auf dem Gipfel zivilisatorischer Wohlstandserfahrungen angesiedelt und gründet auf der überbordenden Information von Katastrofen in Medien, die keine echte Empfindung, Auseinandersetzung und Handlungsoption mehr erlauben im Umgang mit Erdbeben, Unwettern und Kriegen, so dass sich eine Abstumpfung einstellt, die im günstigsten Fall als //Langeweile zutage tritt.

//Kastenlinde

Die K. ist eine in Kastenform geschnittene Linde, zur geometrischen Ausrichtung und Gestaltung eines größeren, vor allem barocken, Gartenzusammenhangs wie zum Beispiel dem Schwetzinger Schloßpark, wo im Frühjahr die Kastenlinden von einer Art Baumfriseuren in Form gebracht werden.

//Kassenschlange

Die K. ist eine unerschöpfliche Quelle menschlicher Abgründe, in der sich Lebensgewohnheiten und Vorlieben in Einkaufswagen und auf Förderbändern studieren lassen, außerdem Territorialanspruchsgebärden, Ungeduld, Eile, Freundlichkeit, Verhaltensdefizite, Gier, Armut, Hilflosigkeit, Suchtprofile … . Kurzum, die K. ist keine schöne, aber erkenntnis- und ereignisreiche, worin sie sich jedoch vorzüglich tarnt.

//Jungdamenreisegruppe

Die J. ist eine sich in Hotels, Zügen, Flugzeugen, Bahnhöfen, Bussen und Flughäfen nonstop verbal lautstark selbst bestätigende Gruppe junger Frauen, die sich, aus dem Bedürfnis heraus, sich selbst gefallen zu können, selbstredend in //Affirmationsgesprächen bei schlechtem Sekt aus Plastikflöten, so genannten „Drehküsschen“, Industriekäsewürfeln u.a. ergeht und dabei komplett ihre evolutionsbedingten Vorzüge riskiert. Im Grunde ein geschlechtlicher Gegenentwurf zur //Jungbullenreisegruppe und wie diese stark duldungsbedürftig. 

//Jungbullenreisegruppe

Die J. ist optisch leicht an den beschrifteten Trikots zu erkennen, auf denen, oft über den Bauch gespannte, Sätze wie Bier macht sexy oder Namen von meist kleineren Ballsport- oder größeren Stammtischgemeinden zu lesen sind. Ein typischer Teilnehmer der J.  hält in der einen Hand eine Bierdose oder –flasche und zieht in der anderen ein Rollköfferchen mit Nachschub (sic!) hinter sich. Akustisch ist die Gruppe am spezifischen, sehr selbst- und umlautstarken (Durcheinander-) Gröhlen von Interjektiven zu erkennen. Gelegentliche choristische Ansätze mit ganzen Wörtern und halben Sätzen versacken wegen mangelhafter Koordination nicht selten rasch; der Gröhlomat schlägt nur kurz aber heftig aus. Auf der nach oben offenen Skala eines Prolometers erreicht die J. dauerhaft Spitzenwerte. Unbedingt vermeiden sollte man eine Bahnfahrt mit einer J.!